Seit Beginn im Jahr 1987 sind wir Aussteller bei der Antiquaria in Ludwigsburg.

Am Ankauf von wertvollen Büchern und großen Bibliotheken sowie Sammlungen von Ansichtskarten, Andachtsbildern, Autographen und Archiven mit Fotografien sind wir stets interessiert.


„Artzney-Buech. Von Allerhandt Kreitteren, unnd Wösseren, Wie auch von unterschi…

„Artzney-Buech. Von Allerhandt Kreitteren, unnd Wösseren, Wie auch von unterschi

„Artzney-Buech. Von Allerhandt Kreitteren, unnd Wösseren, Wie auch von unterschidlichen Khrankheitten, und derselben Curierungen: auch anderen Bewehrten Mittlen zusamben getragen, durch ainem sonderbahren Liebhaber zu Wolfahrt des Negstens. Im Jahr.“ Deutsche Handschrift auf Papier. Süddeutschland oder Österreich Anfang 17. Jahrhundert. 1 nn. Blatt, 587 Seiten, 3 weiße Blatt, 20 Blatt Register. Pappband um 1700, bezogen mit stark beschädigtem Bronzefirnispapier.

Beginnt auf Blatt 2: „Verzaichnüs Unnserer Teitschen Gartten-Khreitter, wie dieselbe bey unns jetziger Zeith inn Brauch gesamblet mit rechter Manier außgeprendt: und zugleich Ihr gebrauch. Mellissa oder Muetter Khraut. Melissen in obnehmeten Mann im Mayen an einen halben tag gesamblet, hackhs klein, thu es in ain verglaßinten Häffen, gieß ein Seitl fertigen Wein daran, laß 2 Wochen stehen, dann disteliers vleißig.“ Durch den Sprachstand und die Wortwahl sicher in den bayrisch-österreichischen Raum zu lokalisieren. Der Grundbestand von einer Hand geschrieben, dann ca. 100 Jahre später erst gebunden. Dabei wurde in der Mitte der Handschrift eine neue Partie eingefügt (S. 244-373), dann das Ganze beschnitten (wenige Buchstaben am Unterrand betroffen), paginiert und mit einem Register versehen. Auf den weißen Blättern (und Seiten) der ursprünglichen Handschrift dann von späteren Händen zahlreiche Ergänzungen, die teilw. entwertet wurden, indem sie einfach quer durchgestrichen wurden. Text-Beispiel (S. 304): „Ein Pflaster zu den geschwerendten Brüsten. Nimb drey todter [= Dotter] von frischen Ayern, drey löffl voll Rosenöhl, drey löffl voll lauthers Hönig, etliche Blüe des ganzen Saffran, rieh es [= rühre es] vol durcheinander, stoß ein schene Gersten gar khlein, wie ein Mehl, von dieser rüehr unter die obgemeldte stukh sovil, daß es wird wie ein dickhes Koch, streich eines Messertuckh dickh auf ein Zweifaches tüechl, so groß die hörte und röthe ist an der brust, und legs darauf, nimb alle Morgen und Abent ein frisches Pflaster.″Auf S. 405 folgendes Maß:„Das ist die grosse des Tuechs, darauf die Salben mueß gestrichen werden, das schmöllere orth mueß hinten zu den Ohren gehen, das braithe hinten zum Schloss.″Die Bedeutung der Handschrift liegt vor allem darin, daß nicht die üblichen Apotheker-Rezepturen wiedergegeben werden, sondern der Schwerpunkt auf der Volksmedizin liegt. Offenbar wurden Erfahrungen aus einer langen Alltags-Praxis in Vorschriften gegossen, die auch der medizinisch ungebildete Laie leicht ausführen konnte. Bei den späteren Ergänzungen finden sich auch sehr interessante Rezepturen zur Firnisbereitung, beispielsweise S. 209:Indiänischer Firniß. Zu ainer maß des allerstärkhisten Prantweins mueß Man 14 Loth des allerschensten Gummi Lackh in ein Kolben zusammenthun, aber wol mit einem Plater verbunden damit khainn Lufft heraußkhumbt, und 2 Tag an der Sonnen oder warmen Ofen seyen, bis solches genug vergangen ist, doch mueß Manns unter dieser Zeit etlichmal aufrieren, alsdann mueß Manns durch ein khluegs Tichl seichen, und in ein andren Glaß thuen, und auch wol vermachen. Diß ist der rechte Firniß zu allen farben zu gebrauchen auser weiß und Plumeränfarb [= bleu mourant]. Solchen Firniß zu gebrauchen. Nimb hartes Holz wol Paliert, bestreich solches mit diesen firniß 2 mal, sobald es druckhen ist, nimb die Jenige farb so beliebig ist, thue solches in ein gläsernes oder Erdines Geschirl, und schidt so viel firniß daran als vonnethen, rier es wol durcheinander, bestreich damit das vorgemelte Holz 2 oder 3 mal oder soviel es vannethen, es mues alzeit wol druckhen sein, vor manns wider anstreicht, lass es also 3 tag in ein mitlmessigen warmen orth truckhnen, darnach streichs mit dem firniß 5, 6 oder 7mal an, lass es widerumb 2 oder 3 tag druckhnen, hernach Paliers mit ein Clueg zerriben und und gesibten Pimstain mit einen saubern Hiderlein, bis solches glat genug ist, darnach nimb von dem Claren finiß, bestreichs 2mal subtill und gleich, lass es wievor am Tag druckhnen, nimb alßdann trippl Paliers wie vor, drickhems wol ab, und reibs mit druckhner Hanndt, damits den glanz bekhombt.″Aus der Farbbezeichnung „Plumeränfarb“ ergibt sich zwanglos ein Hinweis auf die Datierung dieses (später eingefügten) Teils. – Den frühesten Beleg für „bleumorant“ kennt man in Deutschland durch die Verwendung bei Moscherosch 1643, der darunter eine der „newen halbscheinenden Farben“ versteht. Dann häufen sich bis zum Ende des 17. Jahrhunderts die Belege, und Mitte des 18. Jahrhunderts ist die Bezeichnung über den ganzen deutschen Sprachbereich verbreitet (siehe die Belege in Jones, Historisches Lexikon deutscher Farbbezeichnungen). Viele Blätter mit dem Wasserzeichen „C M“, dazwischen ein Horn (in dieser Kombination nicht bei Piccard). Ein weiteres Wasserzeichen mit einer stehenden Figur.

Unser Preis: EUR 4.500,-- 

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